Sofern Sie mit legalen Mitteln (White Hat) einen vorderen Platz in den Suchmaschinen-Rankings (SERPS) belegen wollen, sollte sich Ihre Webseite immer an den Vorlieben der Suchanwendungen orientieren. Beispielsweise honorieren viele Suchmaschinen bzw. deren Web-Crawler einen klar und einfach strukturierten Seitenaufbau. Reine Flash-Seiten, verschachtelte Frame-Strukturen oder komplexe Tabellenaufbauten gelten allgemein als Hindernis für eine lückenlose Seiten-Indexierung durch die Suchroboter.
Andererseits sollte sich Ihre Webseite aber auch an ein menschliches Publikum richten, d.h. durch einseitge Orientierung an Bedürfnissen der Suchmaschinen würden Sie Ihre Reichweite ebenfalls beschränken.
Zeitgemäßes Webdesign ist also immer ein Drahtseilakt im Spannungsfeld von Zugänglichkeit (Accessibility), Benutzerfreundlichkeit (Usability) und Suchmachinenoptimierung (SEO).
Verschiedene Websites mit unterschiedlichen Geschäftsmodellen und Zielgruppen werden in Bereich der Suchmaschinenoptimierung auch ganz verschiedene Kompromisse eingehen müssen. Für den normalen Webseiten- und Suchmaschinennutzer werden gewisse Maßnahmen der Seitenoptimierung teilweise völlig unverständlich sein und auch nicht unbedingt nutzerfreundlich erscheinen. Diese Aussagen beziehen sich vornehmlich auf Webdesign bzw. auf Möglichkeiten der OnPage-Optimierung.
Nicht jeder Seitenbetreiber will unbedingt die offensichtlichen Bedürfnisse des Nutzers nach Information oder Übersichtlichkeit befriedigen. Viele Webseiten sind z.B. reine Affiliate-Projekte die mit allen lauteren und unlauteren Mitteln die Konversionsraten (Conversion Rate) bzw. Klickraten (Click-Through-Rate) erhöhen wollen. In diesem Zusammenhang wird dann auch verständlich, warum viele dieser Seiten ganz bewußt Usability-Aspekte mißachten und Werbung in der Navigationsleiste plazieren oder ganz allgemein der Werbebanner-Positionierung die größte Aufmerksamkeit schenken. Im Idealfall können solche Seiten zu vielen Suchbegriffen gefunden werden, ohne selbst hilfreiche Informationen zum Suchbegriff bereitzustellen. Damit der Nutzer die Seite zwar aufsucht, dann aber, in der Hoffnung auf geeignetere Informationen, die Seite möglichst schnell über einen Werbebanner-Klick (Klickvergütung) wieder verläßt. Glücklicherweise werden diese Affiliate- bzw. MFA-Seiten mittlerweile von den großen Suchmaschinenbetreiber erkannt und teilweise auch abgestraft, so daß sich in den letzten Jahren das Motto "Content Is King" immer mehr durchgesetzt hat.
Dieser Grundsatz beinhaltet die Hoffnung, daß Suchmaschinen in Zukunft die sprachliche Bedeutungslehre (Semantik) berücksichtigen werden. Im Endeffekt sollen Suchmaschinen befähigt werden, textliche Sachverhalte und Bedeutungen besser zu "verstehen", damit die Suchdienste (SuMas) sinnvolle und gut recherchierte Texte von minderwertigen und computer-generierten Inhalten unterscheiden können. Somit muß der Suchmaschinenoptimierer von morgen nicht nur zuverlässige Linkquellen erschließen können und ein Techniker sein, sondern vor allem auch ein guter Redakteur und Marketingfachmann. Fachlich relevante Artikel müssen für eine Vielzahl von themenspezifischen Suchbegriffen gefunden werden, welche dementsprechend auch im Seiteninhalt aufgegriffen werden müssen. Daneben muß der Online-Redakteur auch die gängigen Suchbegriffe der Nutzer zu diesem Thema kennen und ebenfalls dafür sorgen, daß diese im Text auftauchen. Zu guter Letzt muß der ausformulierte Text lesbar bleiben und für die Seitenutzer die gewünschte Information bereithalten. Bei der heutigen SuMa-Optimierung sind die Textinhalte eben als eine wichtige Basis des Fundaments der Grundlage zu verstehen. Begriffsunschärfe und Begriffsinflation inbegriffen. ;-)
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